Lebensversicherungsfonds (LV-Fonds)
Lebensversicherungen werden in den angelsächsischen Ländern, aber auch sehr häufig in Deutschland zur Absicherung des Lebensabends, der Hinterbliebenen, aber auch schlicht mit dem Ziel des Vermögensaufbaus abgeschlossen. Da Lebensversicherungen jedoch eine sehr lange Laufzeit haben, kommt es relativ häufig vor, dass diese lange vor dem Ende der Vertragslaufzeit gekündigt werden, was mit einem deutlichen Wertverlust für den Versicherungsnehmer verbunden ist (der einen sog. „Abschlag“ zu zahlen hat).
Da der im Versicherungsvertrag vereinbarte Rücknahmepreis gewöhnlich deutlich weniger ist als der bis dahin erwirtschaftete „innere Wert“, ergibt sich ein monetärer Spielraum. Dadurch können Dritte dem Versicherungsnehmer in Gestalt des LV-Fonds ein Kaufpreis zahlen, die zwischen den Rücknahmewert und dem inneren Wert liegen. Die Beitragszahlungen werden dann weiter von einem Institut, das den Lebensversicherungsfonds anbietet an das Versicherungsunternehmen gezahlt.
Nach der Beteiligung an Schiffen und den Immobilienfonds ist der Lebensversicherungsfonds in Deutschland der beliebteste Geschlossene Fond.
Das ist gut verständlich, wenn man sich vor Augen führt, dass in Deutschland beinahe 100 Millionen Lebensversicherungen geschlossen sind, wovon rund 50 Millionen vor dem Ende der vereinbarten Laufzeit gekündigt werden.
Die Attraktivität von LV-Fonds bleibt erst recht für die Zukunft ungebrochen, da die Rentenzahlungen weiter sinken werden. Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die Wachstumsrate von Lebensversicherungsfonds deutlich im zweistelligen Bereich liegen wird, da die Vorteile, die ein Weiterverkauf von Lebensversicherung gegenüber der Kündigung hat, im öffentlichen Bewusstsein ankommen.
Lebensversicherungsfonds lassen im Durchschnitt eine Rendite von acht Prozent erwarten bei einer Laufzeit von etwa zwölf Jahren. Weitere Vorteile des LV-Fonds bestehen in der Tatsache, dass die anfallenden Erträge nur mit geringen Steuern belastet werden.
Vor dem Hintergrund einer höheren Lebenserwartung bestehen allerdings auch gewisse Risiken. Anleger von LV-Fonds müssen wissen, dass sie während der Vertragslaufzeit nur mit Inkaufnahme von großen Verlusten das angelegte Geld liquidieren können.
Das entscheidende bei einem LV-Fonds ist aber die Sicherstellung der Kapitalgarantie durch die ursprünglich abgeschlossene Lebensversicherung, die bei Kündigung der Police nicht gegeben ist.